Haben Sie Fragen zu Save the Children, zu Ihrer Spende oder zu der Finanzierung unserer Projekte?
Unsere Mitarbeiterinnen der Spender-Hotline geben Ihnen gerne Auskunft.
Spender-Hotline:
(030) 27 59 59 79 79
9 bis 16
spenden(at)
savethechildren.de
„Es war furchtbar. Als das Wasser kam, haben wir unsere Sachen zusammengepackt. Mein Vater hielt mich an der Hand und trug meine drei Jahre alte Schwester auf den Schultern. Meine 13 Monate alte Schwester ging mit meiner Mutter zusammen. Das steigende Wasser war salzig und bitter. Der Regen war so stark, dass es weh tat, wenn uns die Tropfen ins Gesicht klatschten. Es war entsetzlich dunkel und der Wind war so stark.“
Was sich anhört wie der Beginn einer Horrorgeschichte, ist der Bericht der 11-jährigen Khine aus der Nähe von Rangun, der ehemaligen Hauptstadt Myanmars. Aber es ist keine Fantasiegeschichte, von der Khine erzählt. Es ist ihre eigene Geschichte. Sie berichtet von der Nacht, an der Zyklon Nargis auf die Küste Myanmars traf. Sie berichtet von der Nacht, die ihre Familie und ihr Leben veränderte.
„Die ganze Familie fiel drei Mal ins Wasser, als wir versucht haben, von unserem Haus zum Ufer des Sees zu kommen. Als wir das Ufer endlich erreicht hatten, war meine 13 Monate alte Schwester tot. Sie war ertrunken. Mein Vater sagte meiner Mutter, sie soll meine Schwester loslassen. Aber sie wollte es nicht. Sie hielt sie fest in den Armen. Bis zum Morgengrauen. Dann haben wir meine Schwester am Seeufer begraben. Alle haben viel geweint.“
Vor dem Zyklon lebte Khine in Kungyangon, einem Vorort von Rangun ganz in der Nähe der Reisfelder. Als der Sturm losbrach, floh sie mit ihrer Familie. Kein einziges Haus in Khines Heimatort überstand den Sturm. Zahlreiche Menschen verloren ihr Leben. Khines Familie musste alles Hab und Gut zurücklassen. Ihre Lebensgrundlage, die Landwirtschaft und die Fischerei, wurden vernichtet. Jetzt lebt Khine mit ihrer Mutter und ihrem Vater in einer Notunterkunft. Auch ihre 3-jährige Schwester ist nicht mehr bei der Familie.
Khine berichtet: „Meine kleine Schwester ist drei Tage nach unserer Ankunft in der Notunterkunft gestorben. Die Erwachsenen haben gesagt, dass sie eine Lungenentzündung hatte. Es gab keine Möglichkeit, ihr zu helfen.“
Trotz der schweren Schicksalsschläge sind Khine und ihre Eltern in der Notunterkunft sicher. Sie werden versorgt, haben zu essen und sauberes Trinkwasser. Aber viele Tausend andere Menschen im Land warten noch immer darauf, dass ihnen geholfen wird. Neben der akuten Nothilfe wird Save the Children in den nächsten Wochen verstärkt dafür sorgen, dass die Kinder in Myanmar wieder zur Schule gehen können und der Alltag in ihr Leben zurückkehrt.
Angesichts der unglaublichen Verwüstung in der ganzen Provinz ist Khine selbst wenig zuversichtlich, dass das klappt: „Ich denke, nicht, dass ich in diesem Jahr wieder zur Schule gehen kann. Unser Haus, unsere Kleidung und unser Geld hat die Flut uns weggenommen. Wir trauen uns nicht, zurück zu gehen, weil wir Angst haben, dass es wieder passiert. Und dann könnte es noch schlimmer sein.“
Spenden Sie jetzt für die Katastrophenopfer in Myanmar!
26.05.2008