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Bangladesch hat in den letzten 20 Jahren viel im Kampf gegen die Armut erreicht. Es ist Pionier beim Aufbau lokaler Nichtregierungsorganisationen, die sich zum Beispiel für Kinder oder Menschen mit Behinderung
einsetzen. Diese Organisationen leisten einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des Landes. Und doch lebt in Bangladesch noch immer fast die Hälfte der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Zwar werden 80% der Kinder eingeschult, aber nur die Hälfte aller Kinder bleibt bis zum Ende der Grundschule dort. Die Armut in vielen Familien ist so groß, dass auch die Kinder arbeiten müssen.
Das Land ist durch seine geographische Lage besonders anfällig für Naturkatastrophen. Die große Flut 2004 war eine der schlimmsten, die Bangladesch je erlebt hat. Zwei Drittel des Landes standen unter Wasser, 700 Menschen starben und 1,7 Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der Wirbelsturm Sidr hinterlies 2007 eine Spur der Verwüstung. Allerdings waren die Menschen diesmal gut vorbereitet. Das rettete Tausenden das Leben.
Foto: Reuters/Rafiqur Rahman
Mit einem Hilfsprogramm für Opfer von Wirbelstürmen nahm Save the Children 1970 seine Arbeit in Bangladesch auf. Zu Beginn standen die Katastrophenhilfe und die Unterstützung von Bürgerkriegsflüchtlingen nach der Unabhängigkeit von Pakistan im Vordergrund unserer Arbeit. Inzwischen setzen wir verstärkt auf politische Einflussnahme und Meinungsbildung sowie die
Unterstützung regionaler Organisationen, um das Leben der Kinder nachhaltig zu verbessern.
Die Zusammenarbeit von Save the Children mit seinen regionalen Partnern konzentriert sich darauf, allen Kindern den Besuch einer Schule und Gesundheitsleistungen zu ermöglichen und die Bekämpfung von Kinderarbeit, Ausbeutung und Gewalt voranzutreiben. Außerdem optimieren wir ständig unsere Vorbereitung für den schnellen Einsatz bei Naturkatastrophen. Wie bei allem, was wir tun, legen wir auch hierbei den Schwerpunkt auf die Bedürfnisse der Kinder.
Wege aus der Kinderarbeit: Wir helfen Familien, ihr Einkommen zu verbessern, damit die Kinder nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Gleichzeitig setzen wir uns bei Arbeitgebern für bessere Arbeitsbedingungen ein, damit sie beispielsweise begleitenden Schulunterricht anbieten. In einem außergewöhnlichen Projekt von Save the Children sparen mehr als 500 Kinder einen Teil ihres Lohns. Mit diesem finanziellen Polster haben schon viele Familien den langfristigen Weg aus der Armut geschafft.
Kinder im Gefängnis: In Zusammenarbeit mit einer lokalen Partnerorganisation kümmert sich Save the Children erfolgreich um den Schutz von Kindern im Gefängnis. Diese Kinder erhalten eine juristische Unterstützung und werden über längere Zeit sozial begleitet. Schon mehr als 1.000 Kinder wurden nach der genauen Prüfung ihres Falles freigelassen und konnten zu ihren Familien zurückkehren.
Schnelle Hilfe bei Naturkatastrophen: Von der schweren Flut im August 2004 in Bangladesch waren Millionen Menschen betroffen. Häuser, Schulen, Straßen und Ackerland wurden zerstört. Save the Children konnte sofort helfen und betreute über 2.000 Kinder, half Tausenden Familien mit Nahrungsmitteln und Werkzeug und errichtete 18 Beratungsstellen für die von der Flut betroffenen Familien. Auch nach den vielen weiteren Naturkatastrophen, die das Land in den letzten Jahren verwüsteten, war Save the Children bereits vor Ort, um den Betroffenen mit Nothilfeprogrammen zur Seite zu stehen. Nach dem Wirbelsturm Sidr 2007 hat Save the Children sofort reagiert und über 10.000 Nothilfepakete, 1.500 Decken und 100.000 Wasserreinigungstabletten verteilt.
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