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Kolumbien

Armut und Gewalt in Kolumbien

Kolumbien. (Copyright: Save the Children, Save the Children Dominican Republic)Kolumbien ist nach Brasilien mit ca. 42 Mio. der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas, jedoch leben fast 50% der Kolumbianer in Armut. Ungefähr 2 Mio. Menschen in Kolumbien können außerdem weder lesen noch schreiben.

Seit Jahrzehnten steht Kolumbien vor einer Vielzahl komplexer Probleme: Neben der vorherrschenden Drogenproblematik leiden viele Kolumbianer unter den Folgen politischer Unruhen, sozialer Instabilität und staatlicher Korruption. Interventionsversuche von außerhalb verliefen größtenteils erfolglos und führten zur Bildung von Guerillazellen und politischen Splittergruppen. Sämtliche Versuche, die Kriminalität und die Unruhen zu unterbinden – sei es durch härtere Betäubungsmittelgesetze, höhere Missbrauchsstrafen und stärkere Staatspräsenz – führten lediglich zu noch höhere Kriminalitätsraten: In den Jahren 1985-2003 mussten ca. 2,5 Millionen Menschen wegen der ihr Zuhause verlassen.  80% dieser Vertriebenen sind Frauen und Kinder.


Save the Children in Kolumbien

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, arbeitet Save the Children seit 1991 in Bildungsprojekten in Kolumbien.Unser Ziel ist es, Zugang zu qualitativ hochwertiger, gleichberechtigter und sicherer Bildung zu ermöglichen. Dies erreichen wir in Kolumbien vorrangig durch die Unterstützung öffentlicher Schulen, die Ausbildung von Lehrpersonal, Gewaltprävention durch Aufklärung und durch Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung des hiesigen Bildungssystems. Zusammen mit unseren staatlichen und nicht-staatlichen Partnern wollen wir 12.600 Kindern die Möglichkeit auf eine gute Schulbildung geben. Hierfür bieten 21 Grundschulen und 10 Vorschulen gezielt Hilfe:

  • Kostenfreie und qualitative Unterrichtseinheiten: Dies beinhaltet auch die Bereitstellung von Bekleidung für den Schulsport, Lernmaterial und Essensausgaben während der Schulzeit-
  • Einführung von Standards hinsichtlich Unterricht und Qualifikation der Lehrkörper: Dies bedeutet neben der Schulung von Lehrern, natürlich auch eine stärkere Einbindung von Eltern und Schülern.
  • In Jugendclubs und Schülervertretungen sollen die Kinder Möglichkeit zur Mitsprache erhalten. Auch außerhalb der Schule soll den Kindern hier die Möglichkeit gegeben werden, sich fern jeglicher Übergriffe angstfrei aufzuhalten. In den Treffpunkten stehen den Kindern Ansprechpartner und geschulte Betreuer zur Seite.
  • Um die aktuelle Bildungssituation dauerhaft zu verbessern, stehen wir in ständigem Austausch mit lokalen Regierungseinheiten und den übergeordneten Ministerien.


Kolumbien. (Copyright: Save the Children, Save the Children Deutschland)Projektbeispiel: Region Soacha

Soacha ist eine Stadt in Kolumbien, in der ca. 380.000 Menschen leben. Die Stadt liegt in der Provinz Cundinamarca, unmittelbar südlich von Bogotá. Bedingt durch die geografische Nähe zur Hauptstadt ist Soacha derzeit eine der am schnellsten wachsenden Städte Kolumbiens.74,1 % der Einwohner Soachas leben in Armut, 24,4 % sogar in absoluter Armut, was heißt, ihnen stehen täglich gerade einmal 2 US$ zum Überleben zur Verfügung.

Im Laufe der Jahre wurde Soacha zu einer Sammelstelle von Heimatlosen und Vertriebenen. Auch heute noch kommen durchschnittlich fünf neue Familien pro Tag in Soacha an. Viele dieser Familien erzählen, dass sie geflohen sind, weil sie in ihrer Heimat fortwährend bedroht wurden und letztendlich um ihr Leben fürchten mussten. Das ländliche Gebiet um Soacha war lange Zeit auch Stützpunkt der revolutionären Armee Kolumbiens (FARC), eine der ältesten Guerillavereinigungen des Landes. Militante Splittergruppen der FARC bedrohen heute die ländliche Bevölkerung und verbreiten Angst und Schrecken unter den Familien. Die Regierung scheint machtlos gegen diese Art der Bedrohung. Save the Children hilft in dieser Region vor allem durch Schutzmaßnahmen und Rehabilitationsarbeit. Durch Erziehung und Schule sollen Kinder vor Übergriffen und der Verschleppung durch Guerillagruppen geschützt werden.

Save the Children will den Kindern helfen, sich ihren Ängsten durch die Entwicklung von Kreativität und Fantasie zu stellen. Wir fördern Selbstbestimmung und nicht-formale Erziehungsmethoden, um den Kindern Raum zu geben, ihre Persönlichkeit besser zu entwickeln. In der Projektgruppe „Schaffen, Wiedererschaffen“, die von den Kindern selbst so benannt wurde, arbeitet Save the Children mit 248 Mädchen und Jungen an der Umsetzung ihrer Rechte. In speziellen Workshops bietet die Organisation den Kindern die Möglichkeit, durch Sport, Musik, Schauspiel, Schreiben und Zirkusspiele zu toben, Spaß zu haben und aber auch innere Ruhe zu finden. Die Kinder sollen so spielerisch lernen, Konflikte und Streitigkeiten friedlich zu lösen. Save the Children sieht die Stärkung der Kinder und
ihrer Rechte als oberste Priorität. Die Projekte von „Zukunft? Schreiben! Schule für Kinder in Kriegsgebieten“ helfen dabei, die Region Soacha sozial zu stabilisieren.

Unterstützen Sie die Arbeit von Save the Children mit Ihrer Spende!

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