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Die Ban Talynork-Grundschule in Thailands Provinz Ranong liegt am Hang eines kleinen Bergs. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick hinunter auf die Andamansee. Das Schulgebäude und der Ort, an dem die Schule heute liegt, sind neu. Vor knapp drei Jahren noch stand die alte Schule nur wenige Hundert Meter von der Küste entfernt. Bis der Tsunami kam.
Acht Schüler und ein Lehrer, die am Sonntag der Katastrophe für ein Theaterstück probten, wurden von den Fluten überrascht und ertranken. Damit so etwas nicht wieder passiert, hat man die Schule an einem sicheren, höher gelegenen Platz wieder aufgebaut. Hier unterrichten drei Lehrer die 37 Schüler im Alter von 5 bis 12 Jahren.
Seit 2005 arbeitet Save the Children mit der Ban Talynork-Schule und mit 24 weiteren Schulen in Thailand im Rahmen unseres Programms zur Risikovorbeugung bei Katastrophen zusammen. Unser Programm bereitet Kinder auf Katastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis vor und hilft, die Risiken für die Kinder zu vermindern.
Die Schüler lernen zum Beispiel, welche unterschiedlichen Katastrophensituationen es gibt und wie sie sich im Ernstfall verhalten sollten. Sie lernen aber auch, wie sie ganz alltägliche Probleme selbst lösen können, um dieses Wissen im Fall einer Katastrophe auf die Situation übertragen zu können. Dafür wurden zusätzliche Unterrichtsstunden in den Stundenplan der Schüler aufgenommen.
Wenn man die Kinder selbst fragt, was sie über die neuen Unterrichtsstunden denken, so erhält man durchweg positive Antworten:
Der 12-jährige Nu-Tar berichtet: „Wir haben viele neue Sachen gelernt. Diese können wir jetzt auch unseren Freunden und unserer Familie erzählen und ihnen zeigen, wie sie sich bei einer Katastrophe verhalten sollen. Ich habe selbst ein Buch über das Verhalten bei Katastrophen geschrieben. Vielleicht wird das eines Tages ja sogar auf Englisch veröffentlicht.“
Seine Freundin Archa pflichtet ihm bei: „Ich bin stolz auf mich. Ich hätte nie gedacht, dass ich Schaubilder über Risiken und die Vermeidung dieser Risiken malen kann. Es ist toll, dass unsere Lehrer uns zeigen, wie man bei einer Katastrophe nicht in Panik gerät.“
Auch die Schuldirektorin Supawadee Narwichean ist froh, dass die Schüler nun besser auf Naturkatastrophen vorbereitet sind. Allerdings sei das nur ein Startpunkt, es bleibe noch viel zu tun, um die Nachhaltigkeit des Programms zu gewährleisten. So müssen zum Beispiel die Inhalte der neuen Unterrichtsstunden in den normalen Stundenplan aufgenommen werden, um die Kinder auch ohne zusätzliche Unterrichtsstunden erreichen zu können.
Von dem Erfolg des Programms sollen jetzt auch andere Schulen in der Tsunami-Region profitieren. Save the Children arbeitet mit anderen Hilfsorganisationen und mit dem thailändischen Bildungsministerium zusammen, um einen Lehrplan auf Basis unseres Programms zur Risikovorbeugung bei Katastrophen zu entwickeln. Dieser soll dann in anderen Schulen eingeführt werden, um die Kinder dort über die Gefahren von Katastrophen aufzuklären.
Pachrin Vaileng, die schon mehr als 100 Kinder in sechs Schulen in der Risikovorbeugung bei Katastrophen unterrichtet hat, ist von dem Erfolg unseres Ansatzes überzeugt: „Das Projekt ist einzigartig, weil es von Kindern für Kinder gemacht wird. Normalerweise gibt die Regierung den Lehrstoff vor, diesmal machen wir es andersherum!“
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