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Oft gibt es für sie keine Alternative mehr. Getrennt von ihren Eltern, geraubt aus ihrer Gemeinschaft und gefoltert durch ihre Kommandanten verlieren Kindersoldaten ihre Unschuld. Um zu überleben, müssen sie sich jeder Aufgabe stellen, zu der sie gezwungen werden. Sie foltern. Sie zerstören. Sie töten.
Gewalt gehört für viele Kinder in Krisengebieten zu ihrem Alltag: Bewaffnete Soldaten, Angriffe auf ihre Heimatdörfer und die Gefangennahme durch Rebellengruppen auf offener Straße sind für Jungen und Mädchen in zu vielen Ländern zur Normalität geworden. Gerade ländliche, verarmte Dörfer sind von den Angriffen am meisten betroffen: Sie sind den Plünderungen, Misshandlungen, den Zerstörungen von Ernte und Häusern durch die skrupellosen Anführer der Kampfgruppen oft schutzlos ausgeliefert. Jeder, der sich wehrt, läuft Gefahr, getötet zu werden.
Angeline, ein heute 14-jähriges Mädchen aus Côte d’Ivoire, erlebte solche Angriffe und sah mit eigenen Augen, wie Menschen getötet und verschleppt wurden. „Ich hatte solche Angst, überall waren Maschinengewehre zu hören. Als der Angriff vorbei war, lagen viele tote Menschen auf der Straße.“ Angeline hatte Glück: Sie und ihre Eltern konnten sich an einem sicheren Platz verstecken. Aber nicht alle Kinder haben dieses Glück…
Mariama zum Beispiel. Sie stammt aus Sierra Leone und verlor ihre Familie auf der Flucht vor den Rebellen, die ihr Dorf zerstörten. Tagelang versteckte sich das kleine Mädchen im Wald, allein, ohne etwas zu essen und zu trinken. Schließlich ging sie voller Hoffnung in ihr Dorf zurück, um dort ihre Familie wiederzufinden. Aber ihre Eltern waren nicht zurückgekehrt. Sehr bald geriet sie in Gefangenschaft der Rebellen, die ihre Eltern vertrieben hatten: Sie wurde gezwungen, sich der Gruppe als Kindersoldatin anzuschließen. Mariama wollte am Leben bleiben, daher ging sie mit. Sie war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 12 Jahre alt.
Jeden Tag musste sie Befehle entgegennehmen und diese blind ausführen. Mariama erlitt in jungen Jahren sexuellen Missbrauch und Folter. Unter Zwang beraubte sie Menschen und zerstörte ihr Hab und Gut. Nach zwei Jahren gelang ihr die Flucht. Zwar fand sie ihren Vater wieder, aber dieser hatte kein Verständnis dafür, was ihr widerfahren war. Niemand aus ihrer Familie wollte etwas darüber hören – es war tabu, darüber zu reden.
Schätzungen zufolge gibt es 300.000 Kindersoldaten auf der Welt. Die Dunkelziffer liegt jedoch weit darüber. Durch ihre Unbescholtenheit, Unschuld, Abenteuerlust, Risikobereitschaft und ihre geringen Ansprüchen werden Kinder zu einer begehrte „Ware“ der Anführer.
Save the Children unterstützt in Sierra Leone und Côte d’Ivoire Projekte, die Kindersoldaten zu ihren Familien und Gemeinden zurückbringen. Dort helfen wir ihnen, in vertrauter Umgebung einen neuen Lebensweg zu finden.
Unsere Bildungsinitiative „Zukunft? Schreiben? Schule für Kinder in Kriegsgebieten“ setzt sich dafür ein, dass Kinder wie Angeline und Mariama die Chance auf eine besserer Zukunft bekommen. Sie lernen in unseren Projekten lesen und schreiben. Aber das wichtigste ist: Sie lernen wieder zu spielen und zu lachen. Auch Ihre Spende hilft dabei, dass Angeline und Mariama ein glückliches und friedvolles Leben leben können.
Unterstützen Sie die Bildungsinitiative Zukunft? Schreiben! mit Ihrer Spende!
